Curriculums- und Programmentwicklung

Prozessbegleitung u.a. Hilfen bei Studiengangs-/Studienprogrammveränderungen oder -neuentwicklungen

Wenn Studiengänge weiterentwickelt, reformiert oder verändert werden sollen, müssen erst einmal die Vorstellungen, die in den neuen oder veränderten Studiengang einfließen sollen, entstehen bzw. präzisiert werden. Es ist sinnvoll, in einem frühen Stadium die verschiedenen Akteurs-Gruppen zu beteiligen, um alle Perspektiven von Anfang an einbeziehen zu können. Der Prozess einer solchen Veränderung oder Neuentwicklung wird so komplexer, aber auch nachhaltiger und zeitigt bessere Ergebnisse.
Der Lehrservice kann hier in verschiedenen Rollen und mit an Bedürfnisse angepasstem Maß unterstützen: z.B. als Moderator*in, durch Expertise in Bezug auf Modelle und Methoden der Curriculumsentwicklung, didaktische Ansätze und Prüfungsformen oder durch vorhandene Netzwerkbeziehungen zu Expert*innen anderer Hochschulen.
Zur Illustration finden sich Hinweise auf erfolgreich abgeschlossene Projekte dieser Art im letzten Abschnitt des Dokumentes.

Moderation

Es kann sinnvoll sein, diesen Prozess extern begleiten und moderieren zu lassen. Folgende Gründe sprechen für eine externe Moderation:

  • Nicht selten geht mit Studiengangsentwicklung auch eine Art Team-Entwicklung einher; entweder weil Student*innen mehr beteiligt sein sollen, oder weil es neue Dozent*innen gibt, oder weil es generell den Wunsch gibt, in der Gruppe der Lehrenden ein geteiltes Verständnis des Studiengangs zu entwickeln.
  • Mit verschiedenen Akteur*innen und Akteursgruppen treffen verschiedene Sichtweisen zusammen. Das ist i.d.R. befruchtend und verbessert das Ergebnis, kann aber auch Aushandlungen nötig machen, die durch eine Person, die nicht in der Fakultät oder im Studienprogramm verankert ist, leichter moderiert werden können.
  • Die jeweils eigene Lehr- und Lehrentwicklungspraxis in der Fakultät bzw. im Major oder Minor ist bereits Expertise geworden. Es gibt viel Erfahrungswissen. Das ist Grundlage guter Lehre und hat viele Vorteile. Aber ein Blick von außen, mit Fragen, Erfahrungen aus anderen Bereichen und Kenntnissen der Lehrentwicklung und Theorien des Lehrens und Lernens angereichert, kann neue Aspekte ins Spiel bringen, die hilfreich sind.

Vorgehen in der Moderation

Um den Prozess möglichst nah an den Anliegen und gleichzeitig so zeitökonomisch wie möglich zu gestalten, führen wir ein Vorgespräch. Aus dem Prozess haben sich bisher häufig weitere Anliegen entwickelt:

» Vorgespräch

  • Das Vorgehen im Prozess wird jeweils in Absprache und angepasst an die konkrete Situation und die Bedarfe entwickelt. Die Anlässe für Veränderung und Neuentwicklung sind verschieden, der Gegenstand einer Disziplin bringt jeweils eigene Chancen und Notwendigkeiten mit sich, die personale Situation ist jeweils verschieden. Daher wird zunächst in einem Vorgespräch geklärt, welche Ziele auf den verschiedenen Ebenen genau erreicht werden sollen, welche Wünsche und Vorbehalte es gibt. Gemeinsam werden die Schritte des Prozesses entwickelt und überlegt, welche interaktiven Methoden ggf. hilfreich sein könnten.

» Prozess

  • Wie viel Zeit und wie viele Treffen für einen Prozess zur Studiengangsentwicklung notwendig sind, hängt stark vom jeweiligen Anlass bzw. Anliegen ab. Häufig sind etwa drei Treffen hilfreich, von denen das erste einen halben bis ganzen Tag dauern kann, die folgenden kürzer sein können. In jedem Fall sollte bei der Planung ein zeitökonomisches Vorgehen berücksichtigt werden, denn Zeit ist kostbar und nicht für alles müssen alle an einem Tisch sitzen. Ein so vereinbarter Prozess kann und sollte fortlaufend in gegenseitiger Absprache angepasst werden.

» Nachbereitung

  • Manchmal entsteht nach dem Prozess der Wunsch, sich mit der Gruppe der Lehrenden in größeren Abständen zu treffen, um Probleme zu lösen und den Studiengang weiter zu optimieren. Auch das kann durch den Lehrservice moderiert werden.

 

Beratung

In anderen Fällen wird nur Unterstützung oder Anregung für einen Teilbereich gewünscht, z.B. zur besseren Verknüpfung von praktischen und theoretischen Anteilen im Studium oder zur Umgestaltung einzelner Module oder eines Studiengangs in Richtung Projektarbeit. Die Mitarbeiter*innen des Lehrservice können Fachwissen in gewünschter Ausführlichkeit beitragen. Das kann in Form von einzelnen Beratungsterminen oder interaktiv gestalteten Workshop-Elementen geschehen. Auch hier werden Inhalt, Umfang und Form in einem kurzen Vorgespräch geklärt.

Hintergrundwissen

Im Lehrservice fließen Wissen und Kompetenzen aus vielen Quellen ein. Die drei für diese Art der Begleitung wichtigsten Quellen sind:
1. Vertiefte Kenntnisse und Erfahrungen der Studienprogramm- und Curriculumsentwicklung
2. Kenntnisse der Hochschuldidaktik, Lern- und Lehrforschung, und Kenntnisse grundlegender Theorien und Modelle der Lehrentwicklung
3. Moderationskompetenz

Beispiele für Studiengangsentwicklung mit Unterstützung des Lehrservice

Die Beispiele zeigen die Vielfalt der Anliegen, die mit einem solchen Prozess verbunden sein können und damit auch die Vielfalt der möglichen Prozesse, die immer in enger Anlehnung an die Anliegen und Anlässe passgenau entwickelt werden.
In allen drei Projekten wurde daher ein Vorbereitungs- oder Auftragsklärungsgespräch geführt, auf dessen Basis von Seiten des Lehrservice ein interaktiver Prozess entwickelt und mit den jeweiligen Teamleitungen oder Teams abgestimmt wurde. Das dient sowohl der Zeitökonomie als auch der Qualität.


Modulveränderung im Unterrichtsfach Sachkunde und Bildung für nachhaltige Entwicklung am Institut für Integrative Studien (INFIS) der Fakultät Nachhaltigkeit

Veränderungsprozess des Minor Nachhaltigkeitswissenschaften

Veränderungsprozess des Major Sozialpädagogik mit Lehramtsoption

Literaturhinweise

Aus der großen Menge der Publikationen sind hier drei für jeweils einen zentralen Gedanken der Programmentwicklung angeführt:
Rückwärtige Planung eines Studiengangs:

Wiggins, Grant; McTighe, Jay. 2008. Understanding by Design. Alexandria Va: Association for Supervision and Curriculum Development.
Spiralcurriculum:

Harden, R. M. 1999. “What is a spiral curriculum?”. Medical teacher, 21(2), 141-143.

Studienprogrammentwicklung als pädagogische Hochschulentwicklung:

Brahm, Taiga; Tobias Jenert und Dieter Euler. 2016. „Pädagogische Hochschulentwicklung als Motor für die Qualitätsentwicklung von Studium und Lehre.“ In: Brahm, Taiga; Tobias Jenert und Dieter Euler. Pädagogische Hochschulentwicklung. Von der Programmatik zur Implementierung. Wiesbaden: Springer VS.

Ansprechpersonen

Dipl.-Psych. Gesche Keding
Universitätsallee 1, C8.103a
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-1262
keding@leuphana.de

Dr. Judith Gurr
Universitätsallee 1, C7.406
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-2709
judith.gurr@leuphana.de