Wissen anwenden - Die Wissenstransferpreise

Inter- und transdisziplinäre Aktivitäten in Kooperation mit Praxispartner und Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sind ein wesentliches Profilmerkmal der Leuphana Universität Lüneburg. Der Koooperations-Serivce lobt daher in Zusammenarbeit mit der Senatskommission für Wissenstranfer und wissenschaftliche Weiterbildung Preise für vorbildlichen Wissenstransfer zwischen Universität und Praxis aus. Erfolgreiche Wissenstransferprojekte, die einen besonderen Nutzen für die Gesellschaft und Kooperationspartnerschaften stiften, werden anlässlich des dies academicus 2017 ausgezeichnet. Die ausgewählten Projekte sollen innovativ in der Art der Zusammenarbeit, vorbildlich im Engagement für neue Kooperationsaktivitäten und mit Potenzial für Veränderung sein. Ziel der Auszeichnungen ist es, den Wissens- und Technologietransfer sowie Kooperationen mit Praxispartnern zu honorieren und anwendungsorientierte Lehre, Forschung und Weiterbildung als tragende Säule der Leuphana sichtbar zu machen.

Die diesjährigen Preisträger

Dr. Steffi Hobuss: Transformation, Kultur, Geschlecht

Der diesjährige Wissenstransferpreis geht an Dr. Stef Hobuß für ihr interkulturelles und genderorientiertes Engagement innerhalb des Transferprojekts „Transformation, Kultur, Geschlecht“. Vom DAAD gefördert, arbeitet Dr. Hobuß mit der tunesischen Universität Manouba sowie verschiedenen Kultureinrichtungen Tunesiens zusammen, um nach der Revolution von 2011 die Transformation der Geschlechterverhältnisse, -begriffe und des Feminismus zu analysieren. Der Aufbau einer nachhaltigen Hochschulpartnerschaft zwischen der Leuphana und der Universität Manouba leistet einen beispielgebenden Beitrag zur Vernetzung kultureller Einrichtungen in Tunesien und zur Vermittlung eines differenzierteren Bildes einer modernen arabischen Gesellschaft und der Geschlechterverhältnisse in muslimischen Kontexten in Deutschland. So wurden während der Projektlaufzeit bereits verschiedene neue Veranstaltungsformate umgesetzt wie thematische Filmabende und die Gründung einer Theatergruppe in Tunesien sowie Vorträge und eine Projektvorstellung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „10 Minuten, die den Unterschied machen“ an der Leuphana. Das Projekt ist beispielgebend für eine internationale Hochschulpartnerschaft, die eine interkulturelle Verständigung und Vernetzung der beteiligten Regionen und Praxispartner mit Hochschulen fördert.

ANTONIYA HAUERWAAS, DR. SACHA KAGAN UND ANNETTE GRIGOLEIT: STADT ALS MÖGLICHKEITSRAUM

Der Wissenstransferpreis 2017 zeichnet das Team des Projekts „SAM – Stadt als Moglichkeitsraum“ unter Leitung von Prof. Kirchberg, Prof. Weisenfeld und Prof. Stoltenberg für den Aufbau des beispielgebenden kulturschaffenden Partnernetzwerkes sowie die transdisziplinären Kooperationsansätze zur Förderung einer Kultur des Zusammenlebens und Zusammenwirkens für nachhaltige Entwicklungen im städtischen Raum aus. So werden intensiv Projekte wie „Kultur des Wandels“ und „Linden Fiction 2050“ über den gesamten Zeitraum des Projektes im Diskurs begleitet. Weitere Beispiele sind ein Ideenwettbewerb, im Rahmen dessen 250 Studierende über 50 Konzepte für soziale Innovationen und Nachhaltigkeit in der Stadt Hannover entwickelt haben, und ein Projekt des forschenden Lernens, in dem ein Sustainability Jam weiterentwickelt wird. Die inter- und transdisziplinären Ansätze ermöglichen dem Projektteam zudem die Vernetzung unterschiedlicher Forschungsansätze und -methoden in den Nachhaltigkeits-, Kultur- und Wirtschaft- sowie Sozialwissenschaften. Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des „Niedersächsischen Vorab“ durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur.