Wissen verstehen - Die Lehrpreise

Gute Lehre begeistert Studierende und motiviert sie zum Selbststudium und zur Reflexion. Deshalb vergibt die Leuphana Universität Lüneburg seit nunmehr 10 Jahren Lehrpreise, um herausragende Leistungen in der Lehre und Lehrentwicklung zu würdigen. Im Hinblick auf das Ziel, für die Leuphana ein spezifisches fachliches wie didaktisches Profil in der Lehre zu entwickeln, bewerten die Lehrpreise fünf Interaktionsfelder: dialogorientierte Lehre, digitale Lehre, diversitätsorientierte Lehre, erfahrungsorientiere Lehre und inter- und transdisziplinäre
Lehre. Diese berücksichtigte die Jury, die sich aus Vertreter_innen der Schools, Fakultäten und der Studierendenschaft sowie dem Gleichstellungsbüro und dem Lehrservice zusammensetzte, bei ihren Entscheidungen.


Die Preise werden in zwei Kategorien vergeben: 1. Von Studierenden vorgeschlagene und bereits durchgeführte Veranstaltungen. 2. Von Lehrenden eingereichte Konzepte zur Weiterentwicklung ihrer Lehre. Die ausgezeichneten Konzepte werden bei der Umsetzung durch den Lehrservice begleitet.

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger

Ausgezeichnete Lehrveranstaltungen auf Vorschlag von Studierenden

Für die Veranstaltung „Lernen in heterogenen Gruppen – Vielfalt als Chance“ (WiSe 16/17) wird auf Vorschlag von Studierenden des Lehramtsstudiums mit dem Fach Sachunterricht Dr. Lydia Kater-Wettstädt ausgezeichnet.


Die prämierte Lehrveranstaltung zeichnete sich durch eine besondere Orientierung an den Praxisbedarfen zukünftiger Lehrer_innen aus, indem sie sich gezielt mit Heterogenität in der Schule auseinandersetzte und dabei an die Erfahrungen der Studierenden in der Praxisphase anknüpfte. Ziel des Seminars war es, eigenständig Ideen für inhaltliche sowie methodisch-didaktische Konsequenzen von Heterogenität auf der Unterrichtsebene auszuarbeiten und Chancen und Grenzen von Differenzierungsansätzen auszuloten. Methodisch abwechslungsreich wurden Phasen der Textarbeit und innovative Formaten wie „Talkshow-Runden“ integriert und eine enge Verzahnung von eigenen Praxiserfahrungen mit theoretischem Wissen und dessen praktischer Umsetzung in selbst entwickelten und mit den Studierenden erprobten Unterrichtssequenzen ermöglicht.

Für die Veranstaltung „Econometrics of Financial Markets“ (SoSe 2016) wird auf Vorschlag von Studierenden der Graduate School Prof. Dr. Matthias Pelster ausgezeichnet.


Die Veranstaltung „Econometrics of Financial Markets“ führte in die quantitativen Methoden der empirischen Wirtschaftsforschung ein, die bei der Analyse  finanzwirtschaftlicher Phänomene Anwendung  finden. Die Studierenden lernten in einer gelungenen Verzahnung von Theorie und Praxis, wie Daten erhoben und aufbereitet, Wirkungszusammenhänge zwischen ökonomischen Variablen bestimmt, sowie gehaltvolle Hypothesen abgeleitet und empirisch mit historischen Daten getestet werden können. Gearbeitet wurde unter anderem mit Forschungspapieren und Fallstudien sowie in Diskussionsrunden. Sämtliche Inhalte wurden anhand von praxisrelevanten Fragestellungen mit statistischer Software näher beleuchtet. Die Lehrveranstaltung wurde durch eine Übung begleitet, in der Studierende die theoretischen Inhalte computergestützt und individualisiert vertiefen konnten.

Ausgezeichnete Konzepte zur Weiterentwicklung der Lehre

Für das Konzept einer Veranstaltung im College mit dem Titel „Summer School Technik 4.0: digital, e-mobil und verantwortlich“ wird Dr. Brit-Maren Block ausgezeichnet.


Ziel des ausgezeichneten Lehrkonzepts ist es, dass Bachelorstudierende ein theorie- und forschungsbasiertes Konzept für eine Summer School Technik entwickeln, die die technischen Zukunftsfelder „Digitalisierung“ und „E-Mobilität“ vorstellt und deren Auswirkung auf die Gesellschaft reflektiert. Es wurde eine Online-Lehrplattform entwickelt, die im Rahmen der Veranstaltung „mit Leben gefüllt“ und als digitale Unterstützung während der Summer School, einem Tandemformat zwischen Studierenden und Oberstufenschüler_innen, eingesetzt werden soll. Neben der Förderung der fachlichen Kompetenzen in den Bereichen Digitalisierung
und E-Mobilität werden durch die Umsetzung des geplanten Vorhabens die überfachlichen Kompetenzen der Studierenden gestärkt und das Netzwerk Universität/Schule weiter ausgebaut. Das Konzept sieht weiterhin im Rahmen eines Lehrforschungsprojektes mit Masterstudierenden des Major „Management & Engineering“ vor, eine Wirksamkeitsanalyse im Mixed-Method Design durchzuführen.

Für das Konzept einer Veranstaltung für die BA-Programme „Umweltwissenschaften“, „Environmental and Sustainability Studies“ und „Studium Individuale“ mit dem Titel „Nachhaltiges Abfallmanagement“ werden Dr. habil. Henning Friege und Prof. Dr. Daniel Pleissner ausgezeichnet.


Dieses innovative Seminarkonzept vermittelt die Grundlagen des Abfallwirtschaft- und Ressourcenmanagements mit Bezug zum Campus der Leuphana Universität Lüneburg. Den Studierenden wird näher gebracht, wie man Abfälle charakterisiert, getrennte Sammlungen bzw. Sortierungen durchführt und Abfalltransporte plant. Die Teilnehmer_innen des Seminars lernen die Interessen von Abfallerzeugern, Abfallwirtschaftsbetrieben und Handel etc. zu verstehen und die jeweiligen Rechtsgrundlagen anzuwenden. In transdisziplinären Kleinprojekten werden Chancen, Grenzen und Risiken der Kreislaufwirtschaft vermittelt und Forschungsfragen mit Praxispartnern bearbeitet. Das Lehrkonzept basiert auf einer Idee von Studierenden, wurde gemeinsam mit diesen entwickelt und nutzt den Universitätscampus als zentralen Forschungsgegenstand zum Thema Nachhaltigkeit. Neben dem angestrebten fachlichen Kompetenzerwerb übernehmen die Studierenden auf diese Weise für den Universitätscampus gesellschaftliche Verantwortung im Bereich Abfall- und Ressourcenmanagement.

Für das Konzept einer Veranstaltung im Major „Digital Media“ mit dem Titel „Algorithmic Ontohacking: Computational Time, Movement and the Body“ wird Jonathan Reus ausgezeichnet.


Dieses inter- bzw. transdisziplinäre Lehrkonzept, das in Zusammenarbeit mit dem EU-geförderten Metabody Projekt entstand, ist durch die Synthese dreier (Forschungs-)Dimensionen und die aktive Interaktion mit zeitgenössischer kultureller Praxis in besonderer Weise innovativ. Musik, Körper, Philosophie und Computertechnik werden hier auf ganz neue Art zusammengebracht. So werden sehr unterschiedliche Wissens- und Erfahrungsebenen integriert und neuartiges Wissen generiert. Das Konzept ist theoretisch elaboriert und beinhaltet reiches Erfahrungspotential für die teilnehmenden Studierenden. Teil des geplanten Konzepts ist ein abschließender Workshop, bei dem die Studierenden zusammen mit Tänzer_innen und Bewegungskünstlern eine eigene Performance entwickeln.

Die Jury

Um die unterschiedlichen Anforderungen an Lehre bei der Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger zu berücksichtigen, setzte sich die Jury zusammen aus: Studentischen Mitgliedern, Vertreterinnen und Vertreter aller Schools und Fakultäten, des Frauen- und Gleichstellungsbüros und der Leuphana Lehrwerkstatt.