Wissen schaffen - Die Forschungspreise

Mit diesen Auszeichnungen hebt die Leuphana exzellente Forschungsleistungen hervor, die in der deutschen und internationalen Forschungslandschaft wegweisend sind und wichtige Beiträge zur Reputation der Universität leisten. Auf Grundlage eines Ausführungspapiers, welches jährlich nach einem Abstimmungsprozess neu gefasst wird, werden Forschungsleistungen des Vorjahres erhoben und bewertet. Die Bewertung berücksichtigt internationale Standards der jeweiligen wissenschaftlichen Fachgemeinschaft und Forschungskultur. Die Forschungsstärke wird vornehmlich an den Publikationsergebnissen, der Einwerbung von Drittmitteln und der Bezugnahme anderer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf bestehende Forschungsergebnisse sowie weiteren herausragenden Eigenleistungen gemessen. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden in einem Nominierungsverfahren ermittelt, an dem die vier Fakultäten sowie die Senatskommission für Forschung mitwirken. Die Preiskategorien in diesem Jahr sind: Leuphana Forschungspreis, Leuphana Promotionspreis, Leuphana Fundraising-Preis für Forschung und Leuphana Sonderpreis für Geschlechter- und Diversitästsforschung.

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Für seine herausragenden wissenschaftlichen Erfolge und exzellenten Publikationsleistungen wird Prof. Dr. Jens Newig mit dem Leuphana Forschungspreis ausgezeichnet.


Im Rahmen seiner innovativen Arbeiten im Schnittfeld von Governance- und Nachhaltigkeitsforschung, die national sowie international wahrgenommen und breit rezipiert werden, ist es gerade sein Fokus auf Partizipations- beziehungsweise öffentliche Beteiligungsprozesse zu umweltrelevanten Problemstellungen, der einen direkten Bezug zu sozio-ökologischen Transformationsprozessen hat und damit zur Lösung drängender Gegenwartsaufgaben beiträgt.


Darüber hinaus ist es die Auseinandersetzung mit Problemen nachhaltiger Entwicklung auf translokaler Ebene und ihrer Einbettung in global wirkende soziale, politische und ökologische Verflechtungszusammenhänge, die er mit Ansätzen der Governanceforschung in einen produktiven Dialog bringt, durch die Jens Newig, neben seinen weiteren Forschungsaktivitäten, einen entscheidenden Beitrag zur Profilbildung der Leuphana Universität Lüneburg leistet.

Für seine exzellente Forschung und seine konstant herausragende Publikationsleistung wird Prof. Dr. Paolo Mercorelli der Leuphana Forschungspreis verliehen.


Elektromobilität, Cyberphysische Systeme und Robotik im Zeitalter von Industrie 4.0 sind die For- schungsfelder, denen sich Paolo Mercorelli in wegweisenden Arbeiten widmet. Er leistet hierdurch einen entscheidenden Beitrag in einem zentralen Zukunftsthema gegenwärtiger Gesellschaften. Im Zentrum seiner Forschung stehen dabei Regelungs- und Steuerungstechniken, denn Grundlagenforschung hierzu ist auf dem Weg in das Industrie 4.0-Zeitalter von grundlegender Bedeutung. Diese Techniken sind es, die neue Geschäftsmodelle unterstützen, Produktionsprozesse optimieren und gleichzeitig unseren zukünftigen Energie- und Ressourcenverbrauch bestimmen. Aufgrund seiner herausragenden internationalen Publikationstätigkeit, die mehrfach durch verschiedene Preise auf internationalen Konferenzen ausgezeichnet wurde sowie seines weitreichenden internationalen Forschungsnetzwerks fördert Paolo Mercorelli durch seine breit rezipierten Arbeiten in diesem Bereich die internationale Sichtbarkeit der Ingenieurswissenschaften an der Leuphana.

Für ihre mit „summa cum laude“ bewertete Dissertationsschrift mit dem Titel „Interpersonal knowledge transfer in the context of repatriation“ wird Dr. Anne Burmeister mit dem Leuphana Promotionspreis ausgezeichnet. Der Promotionspreis wird vom Leuphana Förderkreis gestiftet.


Dr. Anne Burmeister hat ihre Forschungen im Bereich des Strategischen Personalmanagements auf renommierten internationalen Konferenzen präsentiert und diese bereits in einer frühen Stufe ihrer wissenschaftlichen Karriere in der internationalen Forschungscommunity zur Diskussion gestellt. Für ihren gemeinsam mit zwei weiteren Ko-Autoren eingereichten Beitrag „The Influence of Motivation, Opportunity, Ability, and Tacitness on Repatriate Knowledge Transfer“, der sich mit Einflussfaktoren auf den Prozess des Wissenstransfers durch Auslandsrückkehrer (sogenannten Repatriates) auseinandersetzt, wurde sie 2016 anlässlich einer von der Academy of Management ausgerichteten Konferenz mit dem Best Paper Award ausgezeichnet. Darüber hinaus engagiert sich Anne Burmeister in unterschiedlichen internationalen Forschungsnetzwerken und hat hierdurch die Basis für eine hervorragende wissenschaftliche Karriere gelegt.


Gegenwärtig ist sie als Postdoktorandin am Institut für Psychologie der Universität Bern tätig.

Für sein mit „summa cum laude“ bewertete Dissertation zum Thema „Netzwerke in kulturpolitischen Veränderungsprozessen. Eine Analyse am Beispiel der Stiftung Historische Museen Hamburg“ wird Dr. Robert Peper mit dem den Leuphana Promotionspreis ausgezeichnet. Der Promotionspreis wird vom Leuphana Förderkreis gestiftet.


In seinem interdisziplinär angelegten Projekt, das von Prof. Dr. Volker Kirchberg betreut wurde, verknüpft er sozial-, politik- und wirtschaftswissenschaftliche Ansätze miteinander, um kulturpolitische Veränderungsprozesse empirisch zu untersuchen. Robert Peper führt dabei in die Netzwerkanalyse als Methode für die Untersuchung kulturpolitischer Machtstrukturen ein und geht dabei der Frage nach, wie hierdurch die Kulturlandschaft insbesondere in Großstädten gestaltet wird. Nicht zuletzt hat er hierdurch den Nutzen netzwerkanalytischer Methoden für die Kulturwissenschaften aufgezeigt.


Neben seinem weitreichenden Engagement in der Kulturpolitik und seinen fortwährenden Publikationstätigkeiten wirkt Robert Peper gegenwärtig als Postdoktorand am Institut für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Für ihren herausragenden Erfolg, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Kolleg-Forschergruppe „Medienkulturen der Computersimulation“ in die zweite Förderphase zu führen, werden Prof. Dr. Claus Pias und Apl. Prof. Dr. Martin Warnke mit dem Leuphana Fundraising-Preis für Forschung ausgezeichnet.


Die in Niedersachsen einzigartige Förderung, die in der zweiten, vierjährigen Phase bis zu 4,7 Millionen Euro beträgt, dient der nachhaltigen Etablierung eines neuen geisteswissenschaftlichen Forschungsfelds: Vor dem Hintergrund der Annahme, dass Computersimulationen seit einem halben Jahrhundert das Wissen und die Praxis von Wissenschaft und Gesellschaft fundamental verändert haben, setzt sich die Kolleg-Forschergruppe gemeinsam mit renommierten nationalen sowie internationalen Forscherinnen und Forschern das Ziel, die methodischen und begrifflichen Grundlinien einer technisch informierten Kulturtheorie der Computersimulation herauszuarbeiten.

Aufgrund ihrer herausragenden Leistungen in der Profilierung einer Umwelt- Nachhaltigkeitswissenschaft, welche die Kategorie Geschlecht als zentralen Bezugspunkt in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt, erhält Prof. Dr. Sabine Hofmeister den Leuphana Sonderpreis für Geschlechter- und Diversitätsforschung.


Sabine Hofmeisters Arbeiten zu Geschlechterverhältnissen im Zusammenhang mit nachhaltigkeitswissenschaftlichen Fragestellungen haben die Diskussionen um die Kategorie Gender in der sozial-ökologischen Transformationsdebatte maßgeblich vorangetrieben und mitbestimmt. Dabei verbindet sie umwelt- und planungswissenschaftliche Forschungsfragen mit genderorientierten Ansätzen der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung. Ihre Forschung zu Natur- und Geschlechterverhältnissen zielen dabei sowohl mit ihren theoretisch-konzeptionellen als auch anwendungsorientierten Bezügen grundsätzlich auf eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft. So hat sie in diesem Rahmen ihren wissenschaftlichen Schwerpunkt zu einem zentralen Forschungsschwerpunkt der Fakultät Nachhaltigkeit etabliert und wirkt zudem wesentlich bei der Entwicklung einer (gender-)gerechten und vielfältigen Universität mit, was sich nicht zuletzt durch ihre wesentlichen Beiträge im Netzwerk Geschlechter- und Diversitätsforschung an der Leuphana widerspiegelt.