Bachelor-Studium Musik in der Kindheit: Erfahrungsberichte

"Musik ist meine Leidenschaft"

Fatma Yildiz ist 2018 im zweiten Semester ihres Studiums Musik in der Kindheit in Lüneburg, das sie im Oktober 2017 begonnen hat. Sie reist für das Studium vier Stunden mit dem Zug an und arbeitet als Erzieherin.

Im Interview erzählt Fatma Yildzi von ihrer Studienentscheidung und den Erfahrungen aus dem ersten Semester des Studiums.

Fatma Yildiz, Studentin im berufsbegleitenden Bachelor Musik in der Kindheit ©Leuphana/Lea Bienhaus
Fatma Yildiz, Studentin
  • Warum haben Sie sich für den Bachelor entschieden?
  • Wie gefällt Ihnen das Studium bisher?
  • Das erste Semester an der Uni, da hat man ja ganz viele Eindrücke. Ist Ihnen die Umstellung vom Job nochmal in die Schule schwer gefallen?
  • Hat sich oder wird sich im Hinblick auf Ihre Karriere etwas verändern oder machen Sie das Studium nur für sich?
  • Haben Sie das neue Wissen auch gleich angewendet?
  • Was ist Ihr Tipp, wie man sich am besten auf das berufsbegleitende Studium vorbereiten kann?
  • Machen Sie im Studium auch gemeinsam Musik?

Warum haben Sie sich für den Bachelor entschieden?

Der Studiengang Musik in der Kindheit ist ein besonderes Angebot und hat damals genau auf meine Situation gepasst. Ich bin Erzieherin und hatte 2016 einen Verkehrsunfall, nach dem ich ein Jahr zuhause bleiben musste. Da ich mich eigentlich immer schon in Richtung Musik entwickeln wollte, weil ich auch selber Musik mache und wir auch eine Musikgruppe haben, habe ich dieses Jahr dazu genutzt, nach etwas zu suchen, damit ich mir auch das nötige theoretische Wissen aneignen kann. Dann bin ich im Internet auf die Leuphana gestoßen und Musik in der Kindheit passte einfach genau für mich.

Wie gefällt Ihnen das Studium bisher?

Das Studium im Bachelor Musik in der Kindheit ist sehr angenehm. Natürlich hatte ich vorher etwas Angst, an eine Uni zu kommen und den vielen Menschen zu begegnen. Diese Angst hat sich aber nicht bestätigt, es ist alles sehr menschlich hier und ich fühle mich sehr gut angekommen. Das Team des Studiengangs hat unsere ganze Studiengruppe sehr herzlich angenommen und auch individuell betreut. Auch inhaltlich ist das Studium für mich sehr besonders, da ich ja keine Theoriekenntnisse hatte und mich erst nach dem Unfall damit beschäftigt habe. Die Inhalte sind sowohl praktisch als auch theoretisch, das ist eine sehr gute Mischung.

Das erste Semester an der Uni, da hat man ja ganz viele Eindrücke. Ist Ihnen die Umstellung vom Job nochmal in die Schule schwer gefallen?

Nein, eigentlich nicht. Ich bin an Umstellungen und auch ans Lernen gewöhnt. Ich hab auch meine Erzieherausbildung sehr spät gemacht. Ich bin nach meiner Heirat in der Türkei nach Deutschland gekommen, habe meine zwei Kinder großgezogen und die Sprache gelernt und dann die Ausbildung gemacht. Diese Situation ist also nichts Unbekanntes, da wir oft auch Seminare und Fortbildungen machen, da war ich schon vorbereitet. Nur inhaltlich habe ich Angst gehabt, weil es ja um die allgemeine Musiktheorie geht.

Hat sich oder wird sich im Hinblick auf Ihre Karriere etwas verändern oder machen Sie das Studium nur für sich?

Im Kindergarten kann ich jetzt sagen, dass ich Musik studiere, da wird man dann schon anders wahrgenommen. Ich habe jetzt auch eine Musikgruppe gegründet, die einmal in der Woche stattfindet. Später wird sich an meinem Job vielleicht auch noch mehr ändern, aber jetzt im ersten Studiensemester ist es noch zu früh, das abzusehen.

Haben Sie das neue Wissen auch gleich angewendet?

Ja, natürlich. Bei uns im Kindergarten steht im Alltag immer Musik auf dem Plan, aber jetzt gehe ich da auch anders ran und meine Kollegen schauen auch ein bisschen anders. Und die Reaktion der Eltern: oh, du studierst jetzt Musik – Wow. Also es kommt sehr viel positives Feedback.

Was ist Ihr Tipp, wie man sich am besten auf das berufsbegleitende Studium vorbereiten kann?

Die Hauptsache ist, dass man das Studium wirklich will. Ich fahre mit dem Zug vier Stunden her und vier Stunden zurück. Aber Musik ist meine Leidenschaft: die direkte Berührung mit der Musik, den Noten, mit der Theorie. Ich spiele Saz, dieses türkische Instrument, und das habe ich durch Hören gelernt. Ich kannte keine Noten und von daher bin ich jetzt auf Noten umgestiegen. Erst praktisch und dann Noten, das fällt mir schon schwer. Normalerweise ist das ja umgekehrt.

Machen Sie im Studium auch gemeinsam Musik?

Noch nicht. Aber letztes Mal haben wir dann doch ein Lied komponiert und geschrieben, das haben wir dann auch gespielt. Das macht total Spaß.

Weitere Stimmen zum Studium

Sebastian Weigle, Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt, Pate der Frankfurter Studienkohorten des Bachelor-Studiengangs Musik in der Kindheit ©privat
Sebastian Weigle, Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt, Pate der Frankfurter Studienkohorten des Bachelor-Studiengangs Musik in der Kindheit

Dort, wo es Eltern nicht leisten können, ihren Kindern über die Musik einen so leichten Einstieg ins Lernen zu geben, können dies nur Erzieherinnen und Erzieher schaffen. Dazu brauchen sie eine fundierte musikalische Ausbildung und ein gutes Handwerkszeug, das ihnen hilft, die Musik souverän im täglichen Kindergartenbetrieb einzusetzen. Ich habe mich davon überzeugt, dass der Bachelor Musik in der Kindheit all dies leistet.

Tanja Kullmann, Absolventin des Bachelor Musik in der Kindheit ©privat
Tanja Kullmann, Absolventin

Die Studieninhalte sind sehr gut zusammengestellt und die Dozentinnen und Dozenten sind sehr engagierte und hochqualifizierte Experten ihres Fachs. Ich bin mit dem Verlauf des Studiums sehr zufrieden. Auch wenn ich als Leitung einer viergruppigen Kita oft intensive Arbeitswochen habe, lässt sich das Studium mit seinen Anforderungen in der Regel immer noch relativ gut mit meiner Arbeit vereinen, da ich die Zeit fürs Lernen individuell einteilen kann. Viele Anregungen, die ich an den Wochenenden oder über die Skripte erhalten habe, habe ich mit in die Praxis genommen und auch bereits Erlerntes im Bereich Musikpädagogik noch einmal aus einer musikwissenschaftlich fundierteren Perspektive sehen können. Mein langfristiger Wunsch ist es, musikpädagogisches Wissen als Multiplikatorin in mein Mitarbeiterteam zu tragen und den Kindern meiner Einrichtung Freude an Musik, Tanz und ästhetischer Bildung zu vermitteln.

Sabine Bereiter-Meyer, Absolventin des Bachelor Musik in der Kindheit ©privat
Sabine Bereiter-Meyer, Absolventin

Schon seit einigen Jahren war ich auf der Suche nach einem geeigneten Studiengang, um meine beruflichen Perspektiven zu verbessern. Eher durch Zufall wurde ich im Sommer 2012 auf den Bachelor Musik in der Kindheit aufmerksam und entschied kurz darauf, dass das die richtige Weiterbildung für mich ist. Das Studium macht großen Spaß. Manche Kenntnisse kann ich hier vertiefen, andere Gebiete sind völlig neu und erweitern meinen Wissensstand. Vor allem aber tut es gut, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Wir alle mögen und machen Musik und arbeiten gerne mit Kindern. Das Arbeitspensum ist gut zu schaffen und neben dem Beruf machbar. Meine Familie unterstützt mich dabei sehr. Da meine Söhne mit 17 und 19 Jahren in der Oberstufe sind, ergänzen wir uns: Wir lernen einfach alle!

Claudia Gschwendtner, Absolventin Bachelor Musik in der Kindheit ©privat
Claudia Gschwendtner, Absolventin

Als ich den Studiengang begann, war meine größte Motivation, einen Bachelorabschluss zu bekommen. Die Zusatzqualifikation zur rhythmisch-musikalischen Erziehung hatte ich bereits unmittelbar nach der Erzieherausbildung beim Bildungswerk Rhythmik absolviert. Daher brachte ich bereits vielseitige musikalische Erfahrungen mit in das Studium und freute mich auf die wissenschaftliche Untermauerung und Betrachtung. Musikgeschichte, Musik und Migration, der Umgang mit neuen Medien, aber auch die fachlich übergreifenden Seminare wie Gesellschaft und Verantwortung oder Person und Interaktion gaben mir persönlich viele neue Impulse, Musik mit Kindern und Erwachsenen zu gestalten. Mein Blick wurde weiter und differenzierter, außerdem machte es großen Spaß, regelmäßig mit Gleichgesinnten zu lernen und selbst immer wieder Neues zu entdecken.