Videos & Kommentare

Studierende der Leuphana Universität Lüneburg haben sich die Sustainability Lectures angesehen und markante Ausschnitte daraus kommentiert.

 

William Scott spricht über "Conceptualising the Sustainable School: policy, practice and future possibility".

 

Alexander Bastian über William Scott

Bill Scott wies in seiner Vorlesung darauf hin, dass Education for Sustainable Development (ESD), zu Deutsch Bildung für eine nachhaltige Entwicklung, in zwei unterschiedliche Herangehensweisen aufgegliedert werden sollte. Diese Unterscheidung war mir neu und hat mein kritisches Interesse geweckt. Auf der einen Seite kann Bildung für eine nachhaltige Entwicklung als effizienz-
gesteuerter Prozess verstanden werden. Auf der anderen Seite wird Bildung für eine nachhaltige Entwicklung als sozialer lebenslanger Lernprozess beschrieben. Nach Scotts Auffassung sollte eine nachhaltige Schule gerade eher das zweite Konzept verfolgen.
In seinem Fazit der Vorlesung betont Scott den Gedanken des active citizenship besonders, gerade in Bezug auf Schule. Dies empfand ich als sehr wichtig, denn gerade in der Schule sollte Partizipation den Kindern nahe gebracht werden – Schule selbst sollte in das kommunalpolitische Umfeld eingebunden sein. Nur durch aktive Gestaltung im gemeinsamen Miteinander kann der gesellschaftliche Prozess einer nachhaltigen Entwicklung vorangetrieben werden. Um sich als aktiv gestaltender Bürger an dieser Entwicklung beteiligen zu können, bedarf es entsprechender Bildungsprozesse


Thomasz Bergier spricht über "Education for Sustainable Development in Poland – current state and perspectives, good practices and examples".

 

Kira Lichtenstein über Tomasz Bergier

Wie kann eine nachhaltige Entwicklung erlebbar gemacht werden? Eine Antwort darauf lieferte Dr. Tomasz Bergier im Rahmen der Sustainability Lectures. In seinem Vortrag „Education for Sustainable Development in Poland - current state and perspectives, good practices and examples“ berichtete er sehr eindrucksvoll von einer dreiwöchigen Summer Academy der Sendzimir-Stiftung. Diese richtet sich an Studierende verschiedenster Fachrichtungen aus ganz Europa und hat die Absicht, die Idee einer nachhaltigen Entwicklung von Grund auf verständlich zu machen, auch für diejenigen, die zunächst keine Experten auf diesem Gebiet waren. Neben vielfältigen Themen in Vorlesungen und Debatten, werden die Studierenden im Rahmen von Projekten mit realen Lernsituationen konfrontiert, sodass sich die Lücke zwischen Theorie und Praxis schließt. Das Beispiel der Summer Academy hat mir gezeigt, wie wichtig es ist im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung über die Landes-, aber auch Disziplingrenzen hinaus zu denken und zu handeln. Vielleicht bietet sich auch mir einmal die Möglichkeit, einen Blick über die Landesgrenze und in die Summer Academy zu werfen...


Franz Rauch spricht über "Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Österreich: Beispiele, Strategien und Herausforderungen".

 

Robin Lienau über Franz Rauch

In einem Workshop mit Studierenden vor der Lecture, wies Franz Rauch darauf hin, dass sich Österreich in Umweltfragen als Vorreiter sieht, unter anderem weil es dort keine AKWs gibt. Dennoch, so Franz Rauch, besteht an vielen Stellen Verbesserungsbedarf, beispielsweise hinsichtlich des hohen CO2 Ausstoßes. In der Vorlesung betonte Franz Rauch, dass er mit einem eher naturwissenschaftlichen Blick auf Bildung für eine nachhaltige Entwicklung schaut und dass diese Sicht zu einer gewissen Subjektivität führt. Damit verdeutlichte er, dass es viele verschiedene Standpunkte und Sichtweisen innerhalb einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung gibt. Im Videoausschnitt spricht Rauch von schulrelevanten Projekten im Rahmen einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung am Beispiel des Projekts „Ökolog“.


Michel Ricard spricht über "The recognition of sustainable development in the French educational system".

 

Henrik Morgenstern über Michel Ricard

In seiner Vorlesung zum Thema  „Education for Sustainable Development“ zeigte Michel Ricard, wie Frankreich in den vergangenen zehn Jahren versucht hat, eine Strategie für eine nachhaltige Schulbildung umzusetzen. Beginnend mit einer zunächst experimentellen Phase, bis hin zu einer landesweiten Umsetzung in den Jahren 2004-2010 wurde nach Ricard das französische Schulsystem grundlegend verändert, so dass Bildung für eine nachhaltige Entwicklung heute sogar bereits in den französischen Grundschulen Einzug erhalten hat. Besonders spannend fand ich den chronologischen Überblick zur Umsetzung der Strategie in Form von fünf Schritten, der im Film gezeigt wird.


John Holmberg spricht über "New Competencies needed and the role of Universities in Sustainable Development".

 

Kira Lichtenstein über John Holmberg

Was ist ein gutes Leben? Ausgehend von dieser Fragestellung gestaltete John Holmberg aus Schweden seinen Vortrag „New Competencies needed and the role of Universities in Sustainable Development“ im Rahmen der Sustainability Lecture. Holmberg scheint es bei dieser Eingangsfrage um ein Bewusstmachen von Bedürfnissen, Werten und Einstellungen zu gehen, bevor man das Konzept Bildung für eine nachhaltige Entwicklung weiterdenkt. Mein erster Eindruck: Werte sind ja irgendwie nichts Statisches und möglicherweise auch individuell bzw. müssen sie immer wieder neu gedacht werden – gerade im Zuge der Globalisierung und unter historischem Blick. Andererseits sollte es natürlich auch einen gewissen Werterahmen für alle Menschen geben, damit der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für heutige und zukünftige Generationen gesichert ist. Der Gerechtigkeitsgedanke spielt dabei beispielsweise eine große Rolle.
Außerdem gefiel mir die Art und Weise, wie Holmberg die Mehrperspektivität im Sinne einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung einführte. Er nutzte dafür eine Metapher der American Natives, die besagt, dass, wann immer man mit einer Lösung kommt, mindestens drei verschiedene Perspektiven auf die Lösung berücksichtigt werden müssen. Letztlich kann ein Problem nur dann beschrieben und gelöst werden, wenn es mehrperspektivisch betrachtet wird. Dieser Gedanke erfordert transdisziplinäre Arbeit und schließt alle Menschen einer Gesellschaft mit ein, denn es geht nicht darum nur eine Handvoll Menschen zu erreichen, die sich in einer “scientific community” bewegen – es geht darum, die Gesellschaft als solche zu erreichen!


Arjen Wals spricht über "The prius-effect in ESD – Accelerating sustainability through hybrid learning, some examples from the Netherlands".

 

Philipp Markhoff über Arjen Wals

Mich hat fasziniert, dass Arjen Wals sich in seinem Vortrag dem Thema „Green Washing“ und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung gewidmet hat. Anschaulich hat er dieses Thema mit dem „Prius-Effekt“ beschrieben: gemeint ist damit, dass nachhaltige Technologien im alltäglichen Leben genutzt werden – man dabei jedoch darauf achten muss, dass der entsprechend kleinere ökologische Fußabdruck auch klein bleibt, indem diese Technologien reflektiert eingesetzt werden. D.h. dass ich ein Auto wie den Prius nicht häufiger fahre als ein konventionelles Auto, nur weil er ja umweltschonender ist. Nachhaltige Entwicklung sollte kein Ablasshandel sein.


Christine Küzli spricht über "Bildung für eine nachhaltige Entwicklung als fächerübergreifendes Bildungsanliegen: Implikationen für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung".

 

Joey Blümel über Christine Künzli

Im Rahmen der Sustainability Lectures hat Christine Künzli zum einen die bildungspolitische Situation der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in der (deutschsprachigen) Schweiz dargestellt. Zum anderen hat sie von ihren Herangehensweisen bei der Arbeit mit diesem Bildungskonzept und der Entwicklung eines didaktischen Konzepts für Lehrerbildung und Schulpraxis in der Schweiz berichtet. Sie veranschaulicht und schmückt ihre Darstellungen weitestgehend mit konkreten Beispielen und Illustrationen aus ihrer Forschungsarbeit an Schulen und Universitäten und bleibt dabei sehr vorsichtig, um Pauschalisierungen zu vermeiden. In diesem Ausschnitt berichtet sie, in ihrer sehr erfrischenden und lockeren Art, über eines der drei vorgestellten spezifischen didaktischen Prinzipien der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (ihres didaktischen Konzeptes); der Visions- und Zukunftsorientierung. Die Methodik dieses Ausschnittes ist repräsentativ für ihre theoretisch basierte, aber vor allem praktische Arbeit. „Nachhaltigkeit - ist ein sehr optimistisches Konzept“ und Christine Künzli hat in ihrer Vorlesung mehrfach dargestellt, wie es realistisch umgesetzt werden kann...


Ingrid Pramling-Samuelsson spricht über "Early Childhood Education and Sustainable Development".

 

Laura Büscheking über Ingrid Pramling-Samuelsson

Auch ich stellte mir zu Anfang meines Lehramtsstudiums die Frage, ob Kindern solch komplexe Themen, wie nachhaltige Entwicklung, schon zugemutet werden sollten. Der Vortrag von Prof. Dr. Ingrid Pramling-Samuelsson über „Early Childhood Education and Sustainable Development“ hat mich sehr beeindruckt und mir deutlich gemacht, welch großes Potential in den Kindern verborgen ist. Die Aufgabe der LehrerInnen muss es sein, diese Potentiale zu erkennen und den Kindern die Möglichkeit zu geben, über ihre Fragen an die Welt reden zu können. Denn Kinder sind die Zukunft unserer Welt und nur wenn sie früh an Themen der Nachhaltigkeit herangeführt werden, gehen sie später verantwortungsvoller mit der Umwelt um, als wir es momentan tun.