Forschungspreise 2019

Mit diesen Auszeichnungen hebt die Leuphana Forschungsleistungen hervor, die in der deutschen und internationalen Forschungslandschaft wegweisend sind und wichtige Beiträge zur Reputation der Universität leisten. Auf Grundlage eines Ausführungspapiers, welches jährlich nach einem Abstimmungsprozess neu gefasst wird, werden Forschungsleistungen des Vorjahres erhoben und bewertet. Die Bewertung berücksichtigt internationale Standards der jeweiligen wissenschaftlichen Fachgemeinschaft und Forschungskultur. Die Forschungsstärke wird vornehmlich an den Publikationsergebnissen, der Einwerbung von Drittmitteln und der Bezugnahme anderer Wissenschaftler*innen auf bestehende Forschungsergebnisse sowie weiteren herausragenden Eigenleistungen gemessen. Die Preisträger*innen werden in einem Nominierungsverfahren ermittelt, an dem die vier Fakultäten sowie die Senatskommission für Forschung mitwirken. Die Preiskategorien in diesem Jahr sind: Leuphana Forschungspreis, Leuphana Preis für Nachwuchswissenschaftler*innen, Leuphana Monographiepreis, Leuphana Promotionspreis sowie Leuphana Sonderpreis für Geschlechter- und Diversitätsforschung.

 

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Ma­nue­la Bo­jadžijev

Die Leistungen von Manuela Bojadžijev können nur als herausragend bezeichnet werden. Die von ihr geleiteten Forschungsprojekte etablieren exakt jene internationalen Forschungsnetzwerke, die für das Gelingen exzellenter Forschung mit gesellschaftlicher Relevanz eine notwendige Voraussetzung darstellen. Grundvoraussetzung für die Etablierung dieser thematisch klar fokussierten Netzwerke ist die besondere theoretische wie empirische Expertise Manuela Bojadžijevs im Feld der Migrations- und Mobilitätsforschung, die ihre Arbeiten für das internationale Wissenschaftsfeld wie für hochkarätige Förderinstitutionen gleichermaßen attraktiv werden lassen. Manuela Bojadžijev arbeitet dabei zu unterschiedlichsten Fragen dieses Feldes und widmet sich in besonderer Weise auch Fragen im Schnittfeld von kritischer Migrationsforschung und digitalen Kulturen. Sie engagiert sich zudem für die Erschließung neuer Forschungsperspektiven, die systematische theoretische wie empirische Fundierung der Migrationsforschung sowie für den Transfer der Forschungsergebnisse in breitere Öffentlichkeiten hinein, was nicht zuletzt durch ihre leitende Tätigkeit am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) sichtbar wird.

Für ihre wissenschaftlichen Erfolge und Publikationsleistungen wird Prof. Dr. Manuela Bojadžijev mit dem Leuphana Forschungspreis ausgezeichnet.

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Jacqueline Loos

Jacqueline Loos, ausgezeichnet mit der Robert-Bosch-Juniorprofessur "Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen", zeigt in herausragender Art und Weise die innovative Kraft sozial-ökologischer Nachhaltigkeitsforschung. Sie fokussiert in ihrer Forschung insbesondere auf den Nexus von Umwelt-Biodiversität-Gesellschaft mit dem Ziel, die Auswirkungen von globalen Veränderungen wie Klima- und Landnutzungswandel auf Biodiversitätsverlust zu verstehen. Bereits in einem sehr frühen Stadium ihrer wissenschaftlichen Karriere hat sie eine sehr hohe Zahl an Artikeln in herausragenden Journals veröffentlich und publiziert nicht nur mit internationalen Kolleg*innen, sondern foscht auch global: Sowohl in Europa (Rumänien), Asien (Vietnam) als auch in Afrika (Südafrika, Tansania, Sambia). Thematisch bewegt sie sich im Bereich der sozialökologischen Forschung mit speziellem Fokus auf die Felder der Landschaftsökologie, Ökosystemdienstleistungen, Mensch-Umwelt-Beziehungen sowie der Werteforschung. Bereits heute ist Jacqueline Loos in der (inter-) nationalen Scientific Community eine anerkannte Vertreterin ihres Faches.

Prof. Dr. Jacqueline Loos wird mit dem Leuphana Preis für Nachwuchswissenschaftler*innen ausgezeichnet.

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Erich Hörl

Mit der Monographie "Sacred Channels: The Archaic Illusion of Communication" hat Erich Hörl eine Studie vorgelegt, durch die die internationale Rezeption und Wahrnehmung seiner Arbeit auf eine neue Grundlage gestellt wird. Bei Erich Hörls "Sacred Channels" handelt es sich um eine originelle Auseinandersetzung mit der Geschichte der Kommunikations- und Medientheorie und mithin dem kulturellen Imaginären der Kommunikation, das über die Begriffe des "Heiligen" und des "Primitiven" analysiert und entfaltet wird. Sein Werk, dass bereits 2005 veröffentlicht wurde und auf eine Dissertationsschrift zurückgeht, wurde nun überarbeitet und ins Englische übersetzt. Die Aufnahme in die renommierte Reihe "Recoursions" bei Amsterdam University Press sowie das darin enthaltene Vorwort von Jean-Luc Nancy, einem der bekanntesten Philosophen der Gegenwart, zeigen, welchen anhaltenden Einfluss das Buch auf die internationale Weiterentwicklung der Medientheorie und -philosophie hatte und hat. Durch seine Forschung an der Leuphana Universität Lüneburg fördert Erich Hörl die internationale Sichtbarkeit dieser Themenfelder in bedeutender Art und Weise.

Für seine Monographie mit dem Titel „Sacred Channels: The Archaic Illusion of Communication“ wird Prof. Dr. Erich Hörl mit dem Leuphana Monographie-Preis ausgezeichnet.

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Steven A. Brieger

Mit seiner kumulativen Dissertationsschrift "Individuals, Institutions and the Common Good" hat Steven A. Brieger einen wichtigen Beitrag zur empirischen Business Ethics-Forschung geleistet, welche in jüngerer Zeit in den Wirtschaftswissenschaften sowohl international als auch national eine große Aufmerksamkeit genießt. Die auf einem hohen theoretischen und methodischen Niveau argumentierende Dissertation zielt darauf ab, den Einfluss von individuellen sowie institutionellen Faktoren auf Entscheidungen und Funktionsweisen von Organisationen, die dem Gemeinwohl dienen, zu analysieren. Als solche Gemeinwohlziele definiert Steven A. Brieger insbesondere die Geschlechtergerechtigkeit, den Umweltschutz, sozialen Zusammenhalt und die Förderung von Lebensqualität. Damit arbeitet er ganz klar an gesellschaftlich relevanten Fragestellungen - wie besipielsweise den Faktoren von Gender Diversity in Führungspostionen -, die sich unmittelbar in das Leitbild und die Forschungsschwerpunkte der Leuphana Universität Lüneburg einfügen.
Zurzeit ist Steven A. Brieger Assistant Professor for International Business an der University of Sussex (UK).

Für seine Dissertation mit dem Titel „Individuals, Institutions and the Common Good“ wird Dr. Steven A. Brieger mit dem Leuphana Promotionspreis ausgezeichnet.

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Prof. Dr. Angelika Henschel

Seit Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn geht Angelika Henschel systematisch und kontinuierlich Fragestellungen der Geschlechter- und Diversitätsforschung nach. In ihren bisherigen Forschungsprojekten befasste sie sich unter anderem mit der geschlechtsspezifischen Segregation des Arbeitsmarktes, geschlechtssensiblen Didaktik der Erwachsenenbildung und Gewalt im Geschlechterverhältnis.
Darüber hinaus stand die Erforschung von häuslicher Gewalt und ihre Folgen im Zentrum ihrer Forschung. So publizierte Angelika Henschel zu geschlechtsbezogenen Erfahrungen und biografischen Reflexionen von Männern und Frauen, die in ihrer Kindheit häusliche Gewalt erfahren hatten und vorübergehend gemeinsam mit ihrer Mutter Zeit in einem Frauenhaus verbrachten.
Die Ergebnisse ihrer zahlreichen und drittmittelstarken Forschungsprojekte sowie damit verbundene Fragen führten zur Entwicklung und Erprobung von berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengängen und Zertifikatskursen an der Leuphana Universität Lüneburg, die am Gender-Mainstreaming und Diversitätsfragen unmittelbar orientiert sind.
Angelika Henschel wirkt nicht nur wesentlich bei der Entwicklung einer (gender-) gerechten und vielfältigen Universität mit, sondern engagiert sich außerdem in Spitzenverbänden im Bereich der Sozialen Arbeit.

Prof. Dr. Angelika Henschel wird mit dem Leuphana Sonderpreis für Geschlechter- und Diversitätsforschung ausgezeichnet.

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